Ansitze


Der Ansitz ist ein im Süden des geschlossenen deutschsprachigen Raumes verwendeter Klassifikationsbegriff für einen kleineren Wohnsitz des niederen Adels. Ansitze entstanden im ausgehenden Mittelalter und in der Frühen Neuzeit bis ins 19. Jahrhundert. Anders als Burgen und Wohntürme sind Ansitze entweder schwach oder gar nicht befestigt. Sie entstanden in einer Zeit, als mittelalterliche Befestigungen mehr und mehr ihren militärischen Zweck eingebüßt hatten.

 

Ansitze waren vor allem auf bequemes und repräsentatives Wohnen ihrer feudalen Eigentümer hin angelegt. Allerdings halten Ansitze an der Formensprache der mittelalterlichen Vorgängerbauten des (niederen) Adels fest. Häufig sind Zierzinnen, dekorative Erker, Türme und andere Elemente des feudalen Wohnens, mit denen die Eigentümer auf ihre Sonderstellung hinwiesen, wiederzufinden.

 

Aus rechtlicher Perspektive stellt der Ansitz eine Sonderstellung gegenüber des Landesherren dar, das heißt sie beinhaltete meistens die Steuerbefreiung sowie den Schutz vor dem Zugriff des Ortsgerichtes. Außerdem weist bereits 1836 das „Bayerische Wörterbuch“ von Johann Andreas Schmeller darauf hin, dass ein Ansitz „besonders ein adelicher“ Wohnsitz sei. Der Zusatz „besonders“ impliziert, dass im 19. Jahrhundert Ansitze auch von Bürgerlichen bewohnt wurden.

 

Das Wort Ansitz im Sinne von Adelssitz ist heute außerhalb Südtirols, Österreichs und Bayerns kaum gebräuchlich.


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