Buchtipp: Historismus in Südtirol

Mit dem Historismus begann der Aufstieg Südtirols zu einer Tourismusdestination. Im Tagungsband "Historismus in Südtirol" fokussieren die Autoren dessen Auswirkungen auf die sozial- und kulturgeschichtlichen Veränderungen, die eine große Auswirkung auf die Baukultur des Landes hatten.

 

Ausgehend vom Eisenbahnbau am Beispiel der k.u.k. Südbahngesellschaft (Wien - Franzensfeste) wird das modulare Baukastenprinzip der Bahnhofstationen im Pustertal in seinen typischen Ausprägungen erklärt. Verantwortlich zeichnete sich damals Wilhelm Ritter von Flattich, der unter den Einflüssen der klassizistischen Berliner Architektur, "kombiniert mit jenen des Schweizer Holzstils, ihrer Farbigkeit und neu eingeführten Bauteilen wie Kastenfenster und Veranden ... [eine für das Pustertal impulsgebende Architektur entwickelte, die als] Vorbild für die in der Folge zahlreichen entstandenen Tourismusbauten [galt.]"  (Ausserhofer, Klaus: Die Bahnarchitektur der k.k. priv.Südbahn-Gesellschaft. S. 46 In: Baukultur im Wandel. Historismus in Südtirol. Athesia: Bozen 2014.) 

 

Als herausragendes Beispiel gilt das Grandhotel in Toblach, seinerzeits erstes Alpenhotel der Donaumonarchie Österreich-Ungarn und Anziehungspunkt vieler Adeliger aus europäischen Herrschaftsdynastien. Heute dient das Grandhotel als Kulturzentrum, in dem jährlich die Festspiele Südtirol und die Gustav-Mahler-Musikwochen veranstaltet werden.

 

Außerdem finden sich im Tagungsband weitere, überaus spannende Fachartikel; so etwa "die urbanistische Entwicklung Brunecks im Historismus", "die Postgasthäuser in Sand in Taufers" oder aber "die Hotelpaläste des Historismus in der Schweiz".

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